Handlungsorientierte Entwicklungsförderung

Die ergotherapeutische Behandlung von Kindern mit Entwicklungsverzögerungen hat in den letzten Jahren einen großen Wandel vollzogen. Hauptziel ist jetzt vor allem die Erweiterung der Handlungskompetenz Ihres Kindes. Das bedeutet, dass die moderne Ergotherapie Ihrem Kind dabei behilflich ist, bestimmte Handlungen zu erlernen, die förderlich für seine momentane körperliche, geistige und soziale Entwicklung sind.

Dabei kann die förderungswürdige Handlung alle Lebensbereiche Ihres Kindes betreffen. Erstens die Selbstversorgung wie z. B. Zähne putzen, Schuhe binden, aufräumen, abtrocknen. Zweitens die Leistungsfähigkeit / Betätigung / Produktivität wie z. B. sich konzentrieren, schreiben oder aufmerksam zuhören. Außerdem seine Freizeit wie z. B. Rad fahren, Freunde finden, backen.

Bei uns findet vor allem der zeitgemäße CO-OP Ansatz Anwendung.

Was ist CO-OP?
CO-OP bedeutet “Cognitive Orientation to daily Occupational Performance” und ist ein betätigungsorientierter Therapieansatz aus Kanada. Ihrem Kind wird mit Hilfe einer gemeinsamen Strategieerarbeitung und geleiteter Entdeckung ermöglicht, Alltagsprobleme direkt in der Therapie zu bearbeiten. Ziel ist es, die Fähigkeiten Ihres Kindes so weit zu verbessern, dass eine erfolgreiche Ausführung der Handlung im Alltag möglich ist.

Wie wirkt / funktioniert CO-OP?
Der CO-OP-Ansatz beruht auf aktuellen Theorien zum motorischen und kognitiven Lernen. Er befähigt Kinder eigene Strategien zu finden, um für sie bedeutsame Ziele zu erreichen. Dadurch gewinnen die Kinder Selbstvertrauen und erlernen Strategien, die sie auch für die Bewältigung anderer Probleme im Alltag nutzten können. CO-OP gliedert sich in drei Phasen:

1. Vorbereitungsphase
Das Kind formuliert zusammen mit der Ergotherapeutin anhand eines Fragebogens drei Alltagsziele (Alltagshandlungen).

2. Lernphase
Die Ergotherapeutin überprüft, wie das Kind die Handlungen ausführt und notiert die Stellen, bei denen es Probleme hat. Mit Hilfe einer bestimmten Struktur entwickelt das Kind gemeinsam mit der Therapeutin verschiedene kognitive Strategien/Lösungswege, die sie dazu nutzen können, die Schwierigkeiten zu überwinden. So ist ein optimaler Lernerfolg gewährleistet, da das Kind den selbst entwickelten Lösungsweg verinnerlicht.

3. Überprüfungsphase
In der dritten und letzten Phase findet die Anwendung der erlernten kognitiven Strategie im Alltag statt. Die Eltern und das Umfeld werden von der Ergotherapeutin angeleitet, damit auch sie ihr Kind darin unterstützen können, die Problemlösestrategien anzuwenden. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass das Kind die Lösung in verschiedenen Situationen anwenden und die erfolgreiche Ausführung in den Alltag übertragen sowie generalisieren kann.
Durch die Lernerfolge verinnerlichen die Kinder die kognitiven Strategien und der Erfolg besteht auch nach Beendigung der Therapie weiter.