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Kommunizieren kommt vom Lateinischen communicare und bedeutet  „teilen, mitteilen, teilnehmen lassen, gemeinsam machen.“  Wenn uns diese Möglichkeit zum Austausch mit unserer Umwelt, mit unseren Mitmenschen, nicht gegeben ist bzw. genommen wurde, leiden wir und unsere Umwelt gleichermaßen darunter. Wie können wir dem anderen verständlich machen, was wir möchten, was uns gefällt, was wir nicht wollen,  was uns bewegt? Missverständnisse und Hilflosigkeit können die Folge sein, das Miteinander gestaltet sich schwierig.
In dieser Situation kann eine Therapie hilfreich sein, die es möglich macht, sich wieder einander mitteilen bzw. am Leben des anderen teilhaben zu können. Hier möchten wir Ihnen einige professionelle Herangehensweisen an die Anbahnung einer Kommunikation vorstellen, die wir Ihnen anbieten können.

Kommunikationsanbahnung bei nicht bzw. in Stereotypien sprechenden Menschen (z.B. mit Autismus)
Ist keine Form der Kommunikation möglich, wird diese über Unterstützte Kommunikation (UK) angebahnt. Unter UK werden alle Kommunikationsformen, Strategien und Techniken verstanden, die eine Erweiterung der kommunikativen Fähigkeiten von Menschen, die nicht oder nicht ausreichend über Lautsprache verfügen, beinhalten. UK kann bei Nichtvorhandensein der Lautsprache alternativ zur Sprache eingesetzt werden oder sprachergänzend. Bei der UK wird zunächst die Erfahrung vermittelt, dass Zeichen wie Laute, Gesten, Blicke oder aber die Betätigung einer Taste eine Wirkung haben. Hilfsmittel aus dem Bereich der Kommunikationsanbahnung können hier sehr nützlich sein z. B.: BIGMack, PowerLink etc.  Nach der Anfangsphase kann ggf. zur Elektronischen Kommunikationshilfe/zum Talker übergegangen werden, einer Kommunikationsform, die auch gut von außenstehenden Personen verstanden werden kann.
Ein weiteres Kommunikationsmittel ist PECS (Picture Exchange Communication System).PECS wurde von Lori A. Frost und Dr. Andrew Bondy entwickelt. Es ist eine Kommunikationshilfe in Form von Bildkarten für Menschen mit Autismus und verwandten Entwicklungsstörungen. Es basiert auf den Prinzipien von Applied Behavior Analysis (ABA). Das Ziel von PECS ist den Betroffen die Möglichkeit zu geben Wünsche und Bedürfnisse zu äußern und Kommunikation mit Hilfe ihrer Kommunikationsmappe zu initiieren.
Gestützte Kommunikation (Facilitated Communication-FC) ist eine Methode aus dem Bereich der UK und vor allem aus dem Asperger Autismus bekannt.  FC kann es Menschen mit schweren kommunikativen Beeinträchtigungen ermöglichen, durch gestütztes Zeigen z.B. auf Objekte, Bilder oder Buchstaben zu kommunizieren.

Verhaltenstherapeutische Konzepte
Da herausforderndes Verhalten in Form von Auto- und Fremdaggression meist aufgrund von fehlenden Kommunikationsmöglichkeiten auftritt, kommen in diesem Bereich auch verhaltenstherapeutische Konzepte zum Tragen. Durch eine genaue Analyse der Verhaltensauffälligkeiten in Zusammenhang mit dem Handlungskontext lassen sich in den meisten Fällen die Ursachen erschließen. Ist man einmal dem Verhalten auf den Grund gegangen, kann es mit verhaltenstherapeutischen Herangehensweisen verändert werden.

Ein verhaltenstherapeutisches Konzept ist TEACCH: Treatmend and Education of Autistic and related Communication handicapped children. Das TEACCH-Programm ist weltweit eines der erfolgreichsten Förderprogramme für autistische Menschen. Es kommt aus North Carolina/USA und ist in den 1970er Jahren von Dr. Eric Schopler entwickelt worden. Der Grundgedanke ist das Verstehen der individuellen Ausprägung der autistischen Störung.  Bei jeder Form von Autismus liegt eine grundsätzlich andersartige Wahrnehmungsverarbeitung vor, hinzu kommt die jeweils einzigartige Persönlichkeit. Grundlage von TEACCH ist das sogenannte „structured teaching“. Mit dem individuellen Einsatz von Visualisierung und Strukturierungshilfen wird die Umwelt für die autistische Person überschaubarer und nachvollziehbarer gestaltet. Dadurch werden ihre individuellen Fähigkeiten gefördert. Ziel ist es möglichst hohe Selbstständigkeit und Lebensqualität für den Einzelnen zu ermöglichen.

Affolter- Konzept
Das Affolter-Konzept ist eine Methode zur Förderung der Wahrnehmung. Auch das kann im Bereich  der Anbahnung einer Kommunikation sehr hilfreich sein. Das Affolter-Konzept ist von Frau Dr. Felicié Affolter begründet und weiterentwickelt worden. Ziel ist das Wiedererlernen von problemlösenden Strategien in alltäglichen Handlungen. Der Betroffene wird in Alltagshandlungen geführt. Im Vordergrund stehen zielgerichtete sinnvolle Geschehnisse und Interaktion. Hier wird von Interaktionen zwischen der Person und der Umwelt gesprochen. Es geht um erspüren: In welcher Art und Weise verändert sich etwas durch mein Tun (Ursache/Wirkung)? In jedem Augenblick meines Tuns kann ich erleben, wie der Bezug zur Unterlage und meiner Umwelt ist und mich entsprechend verhalten. Dieses Konzept fördert die Eigen- und Fremdwahrnehmung und macht so bessere und gezieltere Kommunikation möglich.

Dieser kleine Einblick in die Möglichkeiten eines Erlernens bzw. Wiedererwerbs einer gelungenen Kommunikation bei fehlenden/ geringen Sprach- oder Lautsprachmöglichkeiten  konnte Sie hoffentlich dazu ermutigen, neue Wege zu gehen. Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung hier »
   

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